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Verhaltene Siegesfreude

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 23.01.2018 | |   Verein

MTV-Handballer gewinnen das Derby gegen den OHV II zwar klar, bleiben aber in der zweiten Halbzeit ihre Klasse schuldig

Aurich. Das Endergebnis im Auricher Derby, es entsprach dem Tabellenbild in der Handball-Landesklasse der Männer. Der zweitplatzierte MTV gewann gegen den vorletzten OHV II sicher mit 39:28 Toren. Und doch war es für den Favoriten 

ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Vor allem mit der Leistung, die seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt hatte, war MTV-Trainer Patrick Tulikowski absolut nicht zufrieden: „Es hat jegliches Tempo gefehlt.“ Das aber war nur ein Punkt, den er seinen Spielern ankreidete. Er vermisste darüber hinaus die Einstellung. Die wollte er auch nicht mit der souveränen Halbzeitführung (25:13) entschuldigen. 

Zu dem Zeitpunkt konnte er ja mit der Leistung seiner Mannschaft im Angriff noch leben. Vor allem in den letzten zehn Minuten hatte sie aus den Fehlern, die sich der OHV vorne leistete, Kapital geschlagen, ihr Tempospiel aufgezogen und gnadenlos jede Chance zum Gegenstoß genutzt. 

Mit dem Auftritt seiner Abwehr aber haderte Tulikowski bereits zur Halbzeitpause: „Das war nicht gut.“ 

So, wie der MTV über Gegenstöße Ende der ersten Halbzeit seine Führung ausbaute, hatte er sich zu Beginn der Partie auch den Vorsprung herausgespielt. 

Zwischen der dritten und siebten Minute machten die MTV-Auricher aus dem 2:2 ein 6:2. Der OHV hatte in dieser Phase seine Torchancen nicht genutzt und Pech mit einem Pfostentreffer. 

Aber erst zwischen der zehnten und 18. Minute gelang es dem MTV, sich deutlich abzusetzen. 

Der Halbzeitstand ließ aus Sicht des Außenseiters nichts Gutes erwarten. Doch der zeigte sich davon unbeeindruckt. „Wir hatten ja von Anfang an nichts zu verlieren und haben auch in der zweiten Halbzeit frei aufgespielt“, sagte Bastian Wehmeyer, der die OHV-Mannschaft zusammen mit Jörg Schmeding trainiert. 

Die engagierte sich in der Abwehr, nahm, wie in der Pause besprochen, das Tempo aus dem Spiel und machte im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Beste draus. Am Ende konnten sich die OHV-Auricher so auf die Fahnen schreiben, den zweiten Spielabschnitt mit 15:14 Toren gewonnen zu haben. Maßgeblichen Anteil an den Toren hatte Tim Arends, der vor allem ab der 30. Minute seine Freiräume nutzte. „Er hat eine starke zweite Halbzeit gespielt“, sagte Wehmeyer. 

Er war aber auch mit dem Auftritt der Mannschaft insgesamt zufrieden. Vor allem damit, wie die Spieler auf den Außenpositionen mit eingebunden wurden: „Das ist uns bisher in dieser Saison noch nie so gut gelungen.“ Und auch Schmeding lobte die Mannschaft: „Wir haben die Lockerheit aufs Spielfeld gebracht, die wir uns vorgenommen hatten und haben diszipliniert gespielt.“ 

Die Punkte gegen den Abstieg müssen die OHV-Auricher gegen andere Mannschaften holen als gegen den MTV, der, trotz allem, im Derby nichts anbrennen ließ. 

 

MTV Aurich: Polesch, Sineux; N. Gronau (9 Tore), Höppner (1), R. Gronau (8), Neumann (3), Willms (6), Eilers (11/davon 4 Siebenmeter), J. Tuinmann (1). 

OHV Aurich II: Haake, Gräf, Bokker; Frohloff (2), Thometschek (2), Maaß, Arends (18/2), Ja. Dallügge (1), Dutsch (1), Jo. Dallügge (4), Byckiewicz. 

 

In der ersten Halbzeit gelang es dem MTV (mit Ball Lasse Willms) häufiger als in der zweiten Hälfte, sich gegen die OHV-Abwehr durchzusetzen. Foto: Wolfenberg