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OHV-Torwart lässt Kölner verzweifeln

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 25.09.2017 | |   1. Herren

Youri Denert hat mit seinen Paraden maßgeblichen Anteil am Sieg der personell gebeutelten Auricher beim Longericher SC

Köln.  Mit ihrem kleinen Kader haben die Drittliga-Handballer des OHV Aurich groß aufgetrumpft. Sie gewannen am Sonnabendabend beim Longericher SC mit 26:21 Toren. Für Trainer Arek Blacha war es einfach nur der Wahnsinn. Den hatten die Auricher vor allem Schlussmann Youri Denert zu verdanken. „Er hat sein Tor zugenagelt“, sagte Blacha.

Mit 21 gehaltenen Bällen hatte Denert maßgeblichen Anteil am Sieg. Frederik Möhlmann, der für zwei Siebenmeter eingewechselt wurde, trug dann auch noch seinen Teil dazu bei. Er wehrte beide ab. Und in einem Fall auch noch den Nachwurf.

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg war die Abwehr. Sie schaffte es, den wurfgewaltigen Rückraum der Longericher mit seinen zwei Linkshändern nahezu auszuschalten. Das sei, allen voran, der totalen Laufbereitschaft von Michael Schröder zu verdanken gewesen, so Blacha: „Er hat die Abwehr in Zusammenarbeit mit Nils Goepel geführt.“

Schröder verdiente sich aber nicht nur als Abwehrchef Bestnoten, sondern auch im Angriff auf seiner Position als Kreisläufer. Dort wurde er von Paul Jordan und Jonas Schweigart immer wieder gut in Szene gesetzt und war am Ende sechsfacher Torschütze.

Blacha hatte seine Mannschaft aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls nicht nur von Marek Mikeci, sondern auch von Wilke de Buhr ein bisschen anders eingestellt als sonst, um bei den bis dahin punktgleichen Gastgebern überhaupt eine Chance auf ein positives Ergebnis zu haben. Zwar hielt er an seiner 6:0-Ausrichtung fest. Die agierte jedoch extrem offensiv und störte die Longericher früh in ihren Aktionen.

In der ersten Viertelstunde ging es für beide Teams darum, Dominanz zu beweisen. „Wir haben gezeigt, dass wir präsent sind“, so Blacha. In einer ausgeglichenen Anfangsphase legten die Auricher die Tore vor. Die ersten drei gingen auf das Konto von Josip Crnic. Die Gastgeber glichen jeweils aus. Das ging so bis zum 5:5. Da waren 16 Minuten gespielt. Es sollte ihr letzter Ausgleich gewesen sein.

Den Aurichern gelang es dann, sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Der betrug zur Halbzeit fünf Tore (12:7).

Die bange Frage aber war: „Würden die Kräfte der Auricher auch für weitere 30 Minuten reichen?“ Vor dem Hintergrund hatte Blacha Kevin Wendlandt in der ersten Halbzeit geschont. Wendlandt hatte unter der Woche grippekrank gefehlt. „In der zweiten hat er dann ein paar schöne Sachen gemacht“, sagte Blacha.

Die Longericher, die von Anfang an einen schnellen Handball gespielt hatten, hielten das Tempo auch in der zweiten Halbzeit hoch und verkürzten den Rückstand immer wieder. Mitte der zweiten Halbzeit waren sie bis auf zwei Tore herangekommen. Der OHV führte nur noch 18:16. Blacha reagierte mit einer Auszeit. Crnic mit einem Feldtor und einem verwandelten Siebenmeter zum 20:16 verschaffte den Aurichern dann wieder ein bisschen Luft.

Die Kölner ließen nicht locker und Blacha musste weiter zittern. Das Polster seiner Mannschaft von drei Toren in der 52. Minute (23:20) war dünn. Als Crnic und Jonas Schweigart dann aber zum 25:20 trafen und nur noch vier Minuten zu spielen waren, war die Partie zugunsten des OHV vorentschieden. „Wir hatten immer eine Antwort auf die Aktionen der Longericher“, so Blacha stolz.

Jetzt haben die Auricher Zeit, wieder Kräfte zu sammeln. Am kommenden Wochenende sind sie nicht im Punktspieleinsatz. Sie hätten ein Heimspiel gehabt. Das aber ist verlegt, weil in der Sparkassen-Arena Oktoberfest gefeiert wird.

Longericher SC: Schmidt, Inzenhofer, Koenen (1 Tor), Peters, Thöne, Hartmann (3), Reuland (4), Richter (6/davon 4 Siebenmeter), Wittig (4), Mestrum (2), Schlösser, Wolf (1), Böing.


OHV Aurich: Denert, Möhlmann; Crnic (7/3), Dallügge, Wendlandt (3), Goepel, Stapenhorst, Schröder (6), Jordan (3), Schweigart (4), Oroz (3).

Zeitstrafen: Longerich 8 Minuten – OHV 8.

Siebenmeter: Longerich 4/2 verwandelt – OHV 3/3.

Schiedsrichter: Pawel Fratczak / Paulo Ribeiro (Oldenburger Münsterland).

Zuschauer: 200.

Torfolge: 1:2 (7. Minute), 5:5 (16.), 6:7 (20.), 6:10 (29.), 7:12 (30.); 12:16 (38.), 14:16 (40.), 16:18 (44.), 16:20 (45.), 20:23 (52.), 20:25 (56.), 21:26 (60.).
 

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Die Spieler des OHV (links Jonas Schweigart) belohnten sich für ihr Engagement mit einem Sieg beim Longericher SC. Foto: Dahmen