Zum Hauptinhalt springen

Zurück in der Halle

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Drittliga-Handballer des OHV sind nach langer Zwangspause in die Vorbereitung gestartet – es war ein Wiedersehen mit großer Freude

 

Aurich. Wohl noch nie ist die Freude auf das Wiedersehen bei den Drittliga-Handballern des OHV Aurich so groß, so emotional gewesen wie am Dienstagabend in der Sparkassen-Arena. Sie durften in die Vorbereitung auf die Saison starten. Vier Monate hatte sich das Team corona-bedingt sportlich nicht treffen können. Womit es losging? Na klar. Mit dem von allen heiß geliebten Fußball spielen. „Es war einfach schön“, sagte Mannschaftsführer Jonas Schweigart einen Tag danach.

Bereits seit einigen Wochen stand für die Handballer fest, dass es am Dienstag, 7. Juli, wieder losgehen sollte. Im Nachhinein hat sich der Termin als perfekte Planung erwiesen. Denn erst seit Montag ist Training auch mit Kontakt wieder erlaubt. Und damit das Fußballspielen nach dem Geschmack der Handballer. 13 Spieler zeigten, dass sie mit dem Ball am Fuß genau so, oder jedenfalls fast so gut umgehen können wie mit dem Ball in der Hand. Mit dabei auch Torwart-Neuzugang Marten Jungvogel. Berufsbedingt fehlte Christoph Groß. Und auch Oliver Staszewski, der nach einer eigentlich angekündigten Pause, die er einlegen wollte, eine vorzeitige Rückkehr nicht ausschließt, war nicht dabei.

Mehr als eine Stunde lang ging es zwischen dem Team in bunter Trainingskleidung gegen das mit orangefarbenen Leibchen sportlich engagiert zur Sache. Mit leuchtenden Augen am Rand: Trainer Arek Blacha. „Ich bin so froh wie noch nie, wieder hier in der Halle sein zu können“, sagte er. Nach der Ungewissheit, ob überhaupt und wenn, wie es mit dem Handball weitergeht, die Spieler nach Monaten des Nicht-Sehens wieder in den Arm nehmen zu dürfen. „Das war schon emotional“, räumte Blacha ein.

In den vergangenen Jahren hatte er immer sechs bis acht Wochen Vorlaufzeit bis zum ersten Punktspiel eingeplant. Normalerweise beginnt die Saison Ende August/Anfang September. In Corona-Zeiten ist alles anders. Diesmal werden wohl zwölf Wochen Vorbereitung herauskommen. Denn es ist davon auszugehen, dass die Saison erst Anfang oder Mitte Oktober beginnt.

Sorge, dass die Vorbereitungszeit zu lang werden könnte, hat Blacha nicht. Er hat schon Ideen, wie er die füllen will, ohne dass den Spielern der Spaß am Sport verloren geht. Sein Plan ist zwar, durchgehend zu trainieren: „Aber dosiert.“ In individuellen Einheiten in kleinen Gruppen zum Beispiel.

Dazu kommen Testspiele. Fünf waren es meist in den vergangenen Jahren. Zehn bis zwölf sollen es diesmal werden. Vorgespräche mit möglichen Gegnern sind zwar bereits geführt. Nur Spieltermine können noch nicht vereinbart werden. Denn aktuell sind noch keine Testspiele erlaubt. Nur mannschaftsinterne Trainingsspiele. Die Auricher hoffen, dass ab August darüber hinausgehende sportliche Vergleiche wieder möglich sind. Die kämen für Blacha jetzt auch noch viel zu früh: „Nach der langen Pause ist die Verletzungsgefahr zu groß. Und wir haben ja Zeit.“ Die Vorbereitung werde aber eine Herausforderung, so Blacha: „Da ist Flexibilität gefragt.“

Deshalb hat er auch erst einmal nur für die nächsten zwei Wochen einen Trainingsplan ausgegeben. Mit täglichen Einheiten. Zum Auftakt stand am Dienstag ausschließlich Fußball. Der verlief damit anders als in den Vorjahren. Da war Fußball nur das Aufwärmprogramm für dann bereits folgende Fitness-Einheiten mit Kästen und Bänken.

Am Mittwoch ging es dann mit einer Leistungsdiagnostik schon tiefer in die sportlichen Sphären. Am Wochenende steht ein Trainingslager vor Ort mit jeweils zwei Einheiten am Sonnabend und Sonntag an.

Ordentlich „reingehängt“ haben sich die Auricher aber schon zum Auftakt beim Fußball. Denn so wie Schweigart dürfte es auch allen anderen gegangen sein: „Ich habe in den vergangenen Monaten zwar fast täglich Sport gemacht. Anfangs improvisiert, als alles noch geschlossen war. Aber man ist einfach Mannschaftssportler.“ Dass zum Trainingsstart noch nicht der Handball im Spiel war, war Schweigart egal: „Allein, dass die Vorbereitung wieder losgeht, ist es doch schon.“

Darüber freuten sich auch die beiden Geschäftsführer des wirtschaftlichen Trägers der Mannschaft, der Ostfriesland Handball Sportmarketing GmbH, Lutz Günsel und Jörg Schmeding. „Die letzten Monate waren nicht einfach“, sagte Günsel.

Er blickt aber zuversichtlich auf die kommende Saison. Trotz einiger Unbekannten. Wie der Frage, ob Zuschauer zu den Spielen kommen dürfen und wenn, wie viele. Dankbar sind Günsel und Schmeding erst einmal dafür, dass von den Dauerkarteninhabern der vergangenen Saison keiner Gelder für die nicht stattgefundenen Spiele zurückgefordert hat. „Sponsorenmäßig sind wir nach positiven Rückmeldungen gut dabei, schon weit, aber noch nicht durch“, so Günsel.

Was den Spielbetrieb betrifft, wissen die Auricher am 18. Juli mehr. Dann tagt die Spielkommission der 3. Liga. Zur Vorbereitung haben sich die Mitglieder in Umfragen an die Vereine der 3. Liga ein Bild über die derzeitige Situation verschafft. Die Ergebnisse sollen in der Sitzung analysiert werden. Dann werden die Auricher auch wissen, mit welchen Gegnern sie es in der kommenden Saison zu tun bekommen. Denn auf der Sitzung sollen auch die bundesweit insgesamt 72 Drittliga-Mannschaften den vier Staffeln zugeordnet werden.

Zurück
So manch artistische Einlage war auch dabei (im Bild rechts Josip Crnic in langer Hose gegen Nikita Pliuto). Fotos: Wolfenberg
Zum Auftakt der Vorbereitung waren die OHV-Handballer beim Fußball in ihrem Element. Sie setzten sich nicht nur engagiert um den Ball ein, wie Jonas Schweigart im Bild links gegen Matej Cuk beweist.