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OHV Aurich erwischt gebrauchten Tag

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich haben am Sonntagabend gegen die HSG Bergischen Panther nie ins Spiel gefunden und mit 23:24 verloren. Trotzdem hätte die Niederlage nicht sein müssen.

 

Aurich. Einen gebrauchten Tag haben die Drittliga-Handballer des OHV Aurich gegen die HSG Bergische Panther erwischt. Es passierte, was trotzdem nicht hätte passieren müssen. Der OHV verlor. Am Ende standen eine 23:24-Niederlage mit vier vergebenen Siebenmetern und eine Mannschaft, die durch die Bank von Anfang an neben der Spur spielte. „Wir sind einfach nicht ins Spiel gekommen“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha. Ob es am fehlenden Punktspielrhythmus lag? Oder doch am Spiel Mittwoch gegen den Wilhelmshavener HV, das das Trainerteam eigentlich nicht zum Thema gemacht hatte, aber wohl doch im Hinterkopf saß?

 

Es war jedenfalls von Beginn an der Wurm im Spiel des OHV drin und der kam auch bis zum Schluss nicht richtig raus, auch wenn es die Auricher in den letzten 20 Minuten doch noch spannend machten. Denn trotz eines Fünf-Tore-Rückstandes und mit dem Gefühl, dass ihr Spiel ziemlich eckig lief, steckten sie nicht auf. Blacha reagierte nach vier kassierten Toren in Folge beim Stand von 11:16 in der 39. Minute mit einer Auszeit und griff zu taktischen und personellen Varianten. Von nun an stand Frederick Lüpke für den glücklosen Edgars Kuksa im Tor. Und Josip Crnic stellte in der Abwehr auf der vorgezogenen Position die Panther vor eine neue Aufgabe. Maßnahmen, die Hoffnungen weckten, um die sich die Auricher dann aber doch selbst brachten.

 

Im Spiel des OHV fehlen Emotionen

 

Was sie aber nach jener Auszeit vor allem ins Spiel brachten, waren Emotionen und Tempo. Beides hatte bis dahin gefehlt. Denn jene Begeisterung und das schnelle Spiel waren es gewesen, über dessen Schienen die Auricher zuletzt so erfolgreich gewesen waren. Beides vermisste Blacha diesmal: „Das war psychologisch und körperlich nicht das, was wir schon von der Mannschaft gesehen haben. Wir haben nicht den Biss und die Laufbereitschaft gezeigt wie in den Spielen zuvor“, so der OHV-Trainer.

Die Mannschaft habe gewusst, dass sich die Panther nicht aus der Ruhe bringen lassen. Entsprechend wollten sie Tempo entgegensetzen. So weit die Theorie. „Wir haben uns aber der langsamen Spielweise des Gegners angepasst“, so der OHV-Trainer. Die HSG war nur mit drei Auswechselspielern angetreten. HSG-Trainer Marcel Mutz arbeitete darüber hinaus aber fast ausschließlich mit einer ersten Sieben.

 

Mehr wäre möglich gewesen

 

Für die Auricher stand trotz der Mängel am Ende eine ärgerliche Niederlage. Die Chance, mehr herauszuholen, war da. Schon allein mit Blick auf die vergebenen Siebenmeter, zum anderen aber auch wegen einfacher Fehler im Angriff, die zu Ballverlusten führten. Wie zwei Minuten vor Schluss, als die Auricher durch ein Missverständnis den Ball im Angriff verloren und sich um ihre Ausgleichschance zum 24:24 brachten. Dabei hatten sie die Euphorie kurz zuvor noch einmal entfacht, als Wilke de Buhr auf Vorarbeit von Josip Crnic zum 23:23 ins leere Tor der Panther traf.

Eine Minute vor dem Ende setzte HSG-Trainer Mutz die Auszeitkarte, brachte, wie schon zuvor bereits praktiziert, für seinen Torwart einen siebten Feldspieler. Die Panther versuchten über den Kreis zum Erfolg zu kommen. Doch die Auricher fischten sich den Ball. Ihnen blieben jetzt noch 25 Sekunden für den Ausgleich.

Blacha setzte die Grüne Karte und anschließend ebenfalls auf die Variante mit dem siebten Feldspieler. Jonas Schweigart versuchte es mit einem hüfthohen Wurf aus dem Rückraum. Doch Maximilan Conzen im Tor der HSG bekam irgendwie noch die Hand an den Ball. So, wie in vielen anderen Situationen zuvor auch schon. Er sicherte routinierten Panthern endgültig den Sieg.

 

OHV Aurich – HSG Bergische Panther 23:24 (10:12)

OHV Aurich: Kuksa, Lüpke; Cuk (1 Tor), de Buhr (5/davon 1 Siebenmeter), Wendlandt (2), Günsel (2), Groß (5), Staszewski (1), M. Pliuto (1), N. Pliuto, Wark (1), Schweigart (5/2), Hertlein, Crnic

HSG Bergische Panther: Conzen, Fuchs; Reinarz (7/3), Blum (6), Padeken (1), Ueberholz (4), Hinkelmann, Heider (2), Jesussek (2), Munkel (2), Arnaud

Zeitstrafen: OHV 2 Minuten – HSG 4

Siebenmeter: OHV 7/3 verwandelt – HSG 4/4

Schiedsrichter: Henning Bargmann / Daniel Stein (Bornheim/Koblenz)

Zuschauer: 1400

Torfolge: 1:3 (5. Minute), 7:6 (15.), 7:9 (21.), 9:9 (25.), 10:12 (30.); 11:12 (33.), 11:16 (39.), 15:17 (43.), 16:19 (46.), 18:19 (48.), 20:23 (53.), 23:23 (58.), 23:24 (58.)

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Mit vereinten Kräften stemmten sich die OHV-Spieler gegen die drohende Niederlage – vergeblich.
Die OHV-Fans trommelten bis zum Schluss, was die Felle hergaben.
Christoph Groß hatte mit seinen Toren aus dem Rückraum großen Anteil daran, dass es der OHV Aurich in der zweiten Halbzeit gegen die Panther noch spannend machte. Fotos: Wolfenberg