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OHV Aurich glänzt beim Tabellendritten

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Drittligist OHV Aurich ist beim TuS Spenge in der ersten Halbzeit zur Hochform aufgelaufen. 20:11 führten die Auricher zur Halbzeit und siegten am Ende 34:28. Einer ragte aus dem Team heraus.

Wenn’s läuft, dann läuft’s: Der OHV Aurich ist beim TuS Spenge, nicht zu bremsen gewesen. Die Auricher trieben den Tabellendritten der 3. Handball-Liga in der ersten Halbzeit an den Rand der Verzweiflung, führten zur Pause sage und schreibe 20:11 und siegten am Ende mit 34:28 Toren. Damit ist der Klassenerhalt auch rechnerisch in trockenen Tüchern.

 

Die Auricher, die ohne den grippekranken Josip Crnic angetreten waren, legten beim TuS so los wie Formel-1-Fahrer ins Rennen starten. Ihr Motor lief auf Hochtouren, sie gaben Vollgas, drängten den Gegner sofort ins Abseits und ließen sich auch nicht mehr vom Kurs abbringen. 20 Tore erzielten die Auricher in der ersten Halbzeit. Eine Quote mit Seltenheitswert. „In den ersten 20 Minuten haben wir in Abwehr und Angriff wirklich alles richtig gemacht“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha nach dem Spiel.

 

Sie strotzten vor Selbstvertrauen

 

Ausgangspunkt einer furiosen ersten Halbzeit des OHV war die Abwehr mit einem überragenden Frederick Lüpke im Tor. Den Aurichern eröffneten sich damit wiederholt Chancen, über Gegenstöße zu schnellen Toren zu kommen. Und die nutzte, allen voran, Lukas Günsel. Bereits nach sechs Minuten reagierte TuS-Trainer Heiko Holtmann und setzte die Auszeitkarte. Der OHV führte 6:3. Am Spielverlauf änderte sich anschließend nichts.

 

Die Auricher ließen sich nicht aufhalten. Sie strotzten vor Selbstvertrauen, während das bei den Spengern immer mehr schwand. Holtmanns Mannschaft war im Vergleich zum engagierten Auftritt im Hinspiel nicht wiederzuerkennen. Wenn die Auricher nicht über die Gegenstöße zu Toren kamen, dann überzeugten sie mit erfolgreichen Abschlüssen aus dem Spiel heraus von allen Positionen. Hervor tat sich aber Maxim Pliuto, der auf der linken Außenseite in der ersten Halbzeit ohne Fehlversuch blieb und am Ende zusammen mit Günsel zu den Haupttorschützen zählte.

 

OHV in der ersten Halbzeit nicht zu bremsen

 

Noch in der ersten Halbzeit, in der 24. Minute, nahm der TuS-Trainer seine zweite Auszeit. TuS-Insider konnten sich nicht erinnern, dass es jemals solch eine Maßnahme zu dem Zeitpunkt gegeben hatte. Der OHV führte 16:8, machte anschließend da weiter, wo er vor der Auszeit aufgehört hatte und baute seine Führung gnadenlos aus. Holtmann wechselte in der 25. Minute den Torwart, brachte Tobias Linke, der eigentlich in der zweiten Mannschaft spielt. In einer „Na-und-Manier“ machten die Auricher weiter.

„Aurich hat uns in den ersten 30 Minuten wirklich den Schneid abgekauft und ein perfektes Spiel hingelegt“, so Holtmann. Allerdings habe seine Mannschaft dem OHV auch mit einer Fülle an technischen Fehlern im Angriff genügend Bälle geschenkt. „Wir haben von den Fehlern des Gegners profitiert“, sagte Blacha mit Blick auf den erstaunlichen, aber absolut dem Spielverlauf entsprechenden Halbzeitstand.

 

Nach der Pause wird es hektischer

 

Es war aber auch ein gefährliches Zwischenresultat. „Solch ein Ergebnis ärgert den Gegner“, so Blacha. Ihm war klar, dass die Spenger etwas ändern würden und lag mit seiner Vermutung, dass seine Mannschaft auf eine offensiver eingestellte Abwehr treffen würde, richtig. Mit der Maßgabe, Ruhe zu bewahren, schickte er seine Mannschaft in den zweiten Spielabschnitt. Die knüpfte zunächst an die zuvor gezeigte Leistung an, baute ihren Vorsprung bis zur 35. Minute auf zwölf Tore aus (23:11).

 

Mit den offensiven Abwehrvarianten der Spenger, mit denen sie die Auricher Rückraumspieler auf der rechten und linken Seite zunächst mit einer einfachen, dann mit einer doppelten Manndeckung bis an die Mittellinie zurückdrängten, wurde die Partie hektischer. „Wir haben ein bisschen die Souveränität verloren“, sagte Blacha. Die Spenger nutzten die Ballverluste der Auricher. Der Vorsprung der Auricher war Mitte der zweiten Halbzeit auf sechs Tore geschrumpft.

 

Eine Zeitstrafe gegen TuS-Spieler Gordon Gräfe spielte den Aurichern dann in die Karten. Der TuS stellte in Unterzahl wieder auf eine defensive Abwehrvariante um. Der OHV traf in dieser Phase durch Oliver Staszewski aus dem linken Rückraum und durch Nikita Pliuto, der auf Zuspiel von Günsel einen erweiterten Gegenstoß erfolgreich abschloss, zum 30:22. Zehn Minuten waren noch zu spielen. Geschlagen gaben sich die Spenger nicht, verkürzten bis zur 55. Minute auf fünf Treffer. Kevin Wendlandt beendete die fünfminütige torlose Phase des OHV, bei dem jetzt Edgars Kuksa im Tor stand. Wendlandt gelang mit seiner Routine in einer Einzelaktion das 31:25. Der Rest war Ergebniskosmetik.

 

TuS Spenge – OHV Aurich 28:34 (11:20)

TuS Spenge: Becker, Linke; Prüßner (1 Tor), Holtmann (3), Harbert (3), van Zütphen (2), Brezina (3), Aufderheide, Ortjohann (2), Tesch (7/davon 5 Siebenmeter), Breuer (6), Gräfe (1).

OHV Aurich: Lüpke, Kuksa; Cuk (2), de Buhr (1), Wendlandt (2), Günsel (7), Groß, Staszewski (4), M. Pliuto (7), N. Pliuto (2), Wark, Schweigart (7/3), Hertlein (2), Dallügge.

Zeitstrafen: TuS 4 Minuten – OHV 8.

Siebenmeter: TuS 6/5 verwandelt – OHV 3/3.

Schiedsrichter: Michael Meyer / Stephan Meyer (Mönchengladbach).

Torfolge: 2:2 (3. Minute), 2:4 (5.), 7:9 (13.), 7:12 (17.), 8:16 (24.), 11:20 (30.); 11:23 (35.), 22:28 (48.), 22:30 (50.), 25:30 (55.), 28:34 (60.).

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Im Tor des OHV zeigte Frederick Lüpke eine überragende Leistung.
Wieder einmal hatten die Spieler des OHV Aurich (von links Jonas Wark, Maxim Pliuto, Jonas Schweigart und Matej Cuk) Grund zum Jubeln. Diesmal gewannen sie beim Tabellendritten TuS Spenge. Archivfotos: Wolfenberg