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Corona überschattet Finalsieg des OHV

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Nach dem Erfolg gegen TuS Opladen wird das Turnier vorsichtshalber abgebrochen

 

Oldenburg. Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich haben das Roland-Stein-Turnier des TvdH Oldenburg gewonnen. Doch ihr 33:30-Sieg im Finale gegen Ligakonkurrent TuS 82 Opladen geriet am Sonntag zur Nebensache, als bekannt wurde, dass sich das Corona-Virus eingemischt hatte. Zumindest indirekt, ausgelöst vom Drittligisten TV Cloppenburg.

 

Die Cloppenburger hätten am Sonntag das Spiel um Platz fünf bestreiten sollen, sagten ihre Teilnahme am Morgen aber ab und veröffentlichten dazu folgende Mitteilung auf ihrer Facebook-Seite: Ein Spieler aus unserem Kader hatte in der vergangenen Woche in der Schule Kontakt zu einem Covid-19-Infizierten. Diese Nachricht hat unseren Spieler erst am Sonntagmorgen erreicht. Unserem Spieler geht es gut. Uns war jedoch nicht möglich, in der verbliebenen Zeit mehr Klarheit zu bekommen. Die Entscheidung ist eine reine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz unserer Mannschaft und unserem Gegnerteam. Der Spieler gehörte am Sonnabend zum Kader unserer Mannschaft, wurde jedoch nicht eingesetzt.

 

Um den Corona-Vorschriften gerecht zu werden, haben wir uns mit den restlichen Mannschaften dazu entschlossen, dass Turnier nach Beendigung des Endspiels abzubrechen, heißt es seitens des Ausrichters TvdH Oldenburg.

 

Das Endspiel, das eigentlich für 15.30 Uhr angesetzt war und der finale Höhepunkt des ohne Zuschauer stattfindenden Turniers sein sollte, war nach den Vorrundenspielen des ersten Tages kurzfristig auf zwölf Uhr vorverlegt worden. Auf Wunsch des TuS Opladen. Opladen ist ein Stadtteil von Leverkusen.

 

Die Oplader, die an diesem Wochenende ein Trainingslager in Ihlow absolvierten, hatten sich aufgrund des besten Torverhältnisses von drei punktgleichen Teams als Tabellenerster ihrer Vorrundengruppe für das Endspiel qualifiziert.

 

Mit Siegen gegen zwei Oberligisten (26:20 gegen den TvdH Oldenburg und 20:16 gegen die SG VTB Altjührden) hatten sich die Auricher in ihrer Vorrundengruppe die Finalteilnahme gesichert. „Die Spieler haben die Sache ernst genommen“, freute sich OHV-Trainer Arek Blacha über die Einstellung, mit der seine Mannschaft in die Aufgaben gegangen war.

 

Und auch der Auftritt im Endspiel gegen den Ligakonkurrent TuS Opladen machte Lust auf die Saison. „Wir haben bis zur 45. Minute super gespielt“, sagte Blacha.

 

Bereits nach zehn Minuten führten die Auricher 9:3. Was den TuS-Trainer zu einer Auszeit veranlasste. Am Spielverlauf änderte sich jedoch nichts. Die Abwehr der Auricher ließ kaum etwas zu. Während die Oplader ihre Angriffe lange spielen mussten, und auch dann gab es für sie kaum ein Durchkommen, kamen die Auricher zu schnellen Toren und führten zur Halbzeit 19:13.

 

Die deutliche Führung hielt bis Mitte der zweiten Halbzeit (27:21). „Dann hatten wir einen kleinen Hänger“, sagte Blacha. Mit drei Toren in Folge, darunter zwei nach Gegenstößen, war der TuS bis auf drei Tore herangekommen (27:24). Blacha nahm eine Auszeit. Nach ausgelassenen Torchancen des OHV verkürzte der TuS noch weiter (27:25).

 

Es folgten sieben Minuten ohne Treffer, in denen sich Frederick Lüpke, der in zweiten Halbzeit im OHV-Tor stand, zweimal auszeichnete. Matej Cuk, der ein starkes Spiel machte, beendete dann mit seinem Treffer zum 28:25 die torlose Phase, die für den OHV sogar zehn Minuten gedauert hatte.

 

Blacha gewann diesem Hänger aber auch Gutes ab: „Diese Phase gibt es in jedem Spiel. Fehler entstehen. Aber wir haben uns wieder abgesetzt.“

Der OHV-Trainer freute sich, dass seine Mannschaft nach ewiger Zeit mal wieder in solch eine Situation gekommen war: „Solch einen Druck haben wir schon lange nicht mehr gehabt.“

Bestnoten verdiente sich die Abwehr. „Aber auch im Angriff haben wir tolle Sachen herausgespielt“, sagte Blacha.

 

Wäre da nur nicht dieser Corona-Vorfall geschehen. So reisten die Auricher mit einem komischen Gefühl ab und haben am Montag erst einmal frei.

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Nicht nur bei OHV-Trainer Arek Blacha blieb ein komisches Gefühl. Archivfoto: Wolfenberg