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Riesige Vorfreude beim OHV auf das Derby

Erstellt von Ostfiesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Derbyzeit in der 3. Liga: Der OHV Aurich empfängt am Sonnabend Tabellenführer Wilhelmshavener HV. In beiden Lagern ist die Lust auf das Spiel groß. Bei einem Auricher Spieler ganz besonders.

 

Aurich - Es ist das Heimspiel der Heimspiele des Handball-Drittligisten OHV Aurich in dieser Saison. Und das, obwohl es sportlich nicht einmal ein Entscheidendes ist. Aber dieser Reiz eines Derbys ist einfach unübertroffen, wenn am Sonnabend (19 Uhr) der OHV und der Wilhelmshavener HV in der Sparkassen-Arena aufeinandertreffen. Die Vorfreude auf das Spiel ist in beiden Lagern jedenfalls riesig. Bei einigen ganz besonders.

 

Für zwei Spieler im OHV-Team, die vor ihrer Auricher Zeit für die Wilhelmshavener gespielt haben, ist es nicht das erste Mal, dass sie gegen ehemalige Teamkollegen antreten. Für Jonas Schweigart und Frederick Lüpke. Für Evgeny Vorontsov aber schon. Er gehört seit Beginn dieser Saison zum Auricher Team, nachdem er zuvor und das seit 2009 für den WHV gespielt hat. „Jetzt mal gegen meine ehemaligen Mannschaftskollegen zu spielen ist ein tolles Erlebnis“, sagt der 35-Jährige. Losen Kontakt zu ihnen hat er, der nach wie vor in Wilhelmshaven wohnt, noch. Und auch zu dem ein oder anderen Heimspiel des WHV geht er, wenn es sich passt. Jetzt aber hofft Vorontsov, den Gegner ärgern zu können.

 

 Viele Sachen werden über Emotionen entschieden

 

Ja, die Wilhelmshavener sind Tabellenführer. Haben erst ein Spiel verloren. Am dritten Spieltag beim ATSV Habenhausen. Aber sie sind jetzt nicht die Übermannschaft, wie sie sie schon mal waren. Sie haben einige Spiele nur knapp gewonnen. „Aber sie sind eine der absolut stärksten in unserer Staffel“, sagt Vorontsov. Vielleicht können die Auricher Spieler ja am Sonnabend von Vorontsovs Kenntnissen aus der Vergangenheit profitieren. Er will jedenfalls versuchen, sie einzubringen. Bei aller Vorfreude auf das Spiel blickten die Auricher im Training aber auch zurück auf die Niederlage zuletzt bei der TSG Altenhagen-Heepen Bielefeld. „Das Spiel haben wir intensiv aufgearbeitet. Ich glaube, die Analyse ist positiv aufgenommen worden“, sagt OHV-Trainer Arek Blacha. „Wir haben uns sehr geärgert über diese Niederlage“, bestätigt Vorontsov dessen Eindrücke. „Wir haben unsere Angriffe viel zu schnell beendet“, nennt er einen Kritikpunkt. „Das sollten wir gegen Wilhelmshaven tunlichst vermeiden.“

 

Langsam steigt auch bei Blacha die Spannung. Am Donnerstag ist er intensiv in die Vorbereitung auf das Derby eingestiegen. Aber mit den gedachten und gemachten Plänen ist das in solchen Spielen so eine Sache. „Viele Dinge werden in solch einem Spiel über Emotionen entschieden. Da ist dann immer alles möglich“, weiß Blacha. Die bringen auch die Fans mit ein. Und davon werden eine Menge erwartet. Auch auf diese Atmosphäre freut sich Vorontsov: „Wir sind als Spieler zwar fokussiert auf das Spiel. Aber man bekommt die Lautstärke schon mit. In dieser tollen Halle wie die Sparkassen-Arena sie ist treiben einen die Fans an, selbst wenn es nicht läuft. Das spürt man als Spieler und das puscht einen.“


 Wilhelmshaven hat die Aufstiegsrunde als Ziel

 

Diese Atmosphäre ist es auch, die WHV-Trainer Christian Köhrmann an dem Spiel am Sonnabend so schätzt: „Wir freuen uns, endlich wieder in so einer Halle spielen zu können.“ Das Derby zieht auch Wilhelmshavener Fans. Die ersten 100 Karten waren schnell verkauft. Ein Bus mit 50 Fans sofort belegt. Die Wilhelmshavener haben noch Karten nachbestellt.

 

In diesem Derby treffen zwei Mannschaften mit unterschiedlichen sportlichen Ambitionen aufeinander. Während der OHV sich zum Ziel gesetzt hat, nicht in die Abstiegsrunde zu geraten und dafür einen Tabellenplatz zwischen eins und sechs belegen muss, wollen es die Wilhelmshavener in die Aufstiegsrunde schaffen. Heißt: Platz eins oder zwei. Trotz des großen personellen Umbruchs nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Zehn Spieler sind ausgeschieden. „Wir haben einen komplett neuen Innenblock“, sagt Köhrmann auch mit Blick auf die zum Teil engen Ergebnisse. Es fehle noch die Konstanz. „Die Stärke der Wilhelmshavener ist ihre Effektivität“, sagt Blacha. Obwohl manche ihrer Spiele eng gewesen seien: „Die Wilhelmshavener machen trotzdem einen sehr sicheren Eindruck.“

 

Der OHV-Trainer geht davon aus, in Bestbesetzung antreten zu können. Jannes Hertlein konnte aufgrund von Fußproblemen allerdings nur eingeschränkt trainieren. Und Wilke de Buhr war in dieser Woche krankgeschrieben. Die Heimbilanz des OHV ist in dieser Saison noch makellos. Vier Spiele, vier Siege. „Wir werden alles dafür tun, damit das auch so bleibt“, sagt ein gespannter Vorontsov.

 

 

OHV erweitert Einlasszeit in die Sparkassen-Arena

Besondere Spiele, besondere Maßnahmen: Aufgrund des großen Zuschauerinteresses zum Derby des OHV gegen den Wilhelmshavener am Sonnabend um 19 Uhr in der Sparkassen-Arena erweitert der Verein wegen der aufwendigen Kontrollen die Einlasszeiten. Der Zugang ist bereits ab 17.30 Uhr möglich. Das teilte Vereinsvorsitzender Ulrich Mittelstädt mit.

Dauerkarteninhaber können die Einlasstüren rechts und links nutzen. Alle anderen müssen den mittleren Eingang nehmen.

 

Es gilt die 2G-Regel. Zutritt zu den Heimspielen haben volljährige Besucher nur noch mit dem Nachweis einer Impfung oder Genesung. Ein Test reicht nicht. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind davon ausgenommen.

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Mit einem Sieg gegen Lit 1912 II ist der OHV Aurich in die Saison gestartet. Neuzugang Evgeny Vorontsov war damals fünffacher Torschütze. Sonnabend tritt er das erste Mal gegen seine ehemaligen Teamkollegen vom Wilhelmshavener HV an. Foto: Bernd Wolfenberg