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Die Zahl, die über allem steht

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Zu den Heimspielen des OHV dürfen nur 500 Zuschauer kommen – deshalb mussten schwere Entscheidungen getroffen werden

 

Aurich. Der OHV Aurich ist Zuschauerkrösus in der 3. Handball-Liga mit oft weit mehr als 1000 Fans und einer Atmosphäre in der Sparkassen-Arena, um die die Auricher jeder andere Verein beneidet. Die am ersten Oktober-Wochenende beginnende neue Saison aber wird anders sein. Die Zahl, die über allem steht, ist die 500. 500 Zuschauer, die derzeit erlaubte Zahl bei Hallenveranstaltungen, dürfen zu den Heimspielen des OHV kommen. Wie das funktionieren soll? Ein Team um den Vereinsvorsitzenden Ulrich Mittelstädt hat am Montag das Konzept vorgestellt.

 

Eines vorweg: Seine Entscheidungen hat das Team schweren Herzens getroffen. Denn bei der begrenzten Zahl an Zuschauern musste es zwangsläufig Einschnitte machen, die wehtun.

 

In den Verkauf kommen ausschließlich Dauerkarten. In der Vergangenheit haben die Auricher bei den Preisen differenziert zwischen Jugendlichen, Erwachsenen, Rentnern und Studenten. „Das kann es in dieser Saison nicht geben“, sagte Lutz Günsel, zusammen mit Jörg Schmeding Geschäftsführer des wirtschaftlichen Trägers OHS.


 Das Jahr wirtschaftlich überstehen

 

Der Einheitspreis für eine Dauerkarte beträgt jetzt 200 Euro. Das ist mehr als in der vergangenen Saison, als der Preis bei 130 Euro lag. Diesmal aber sind es zwei Heimspiele mehr. Und im Vergleich mit den Eintrittspreisen, die andere Vereine in der 3. Liga schon in der vergangenen Saison genommen haben, lag der OHV bislang auch unter dem Durchschnitt. In den vergangenen zehn Jahren hat der OHV zudem die Eintrittspreise nicht erhöht.

 

Was die OHV-Verantwortlichen besonders schmerzt, ist, dass Kinder außen vor bleiben. „Das finden wir ganz, ganz schade“, sagte Schmeding. Die unter Zehnjährigen haben freien Eintritt, würden aber mit zu den 500 Zuschauern zählen, die in die Arena dürfen. „Aber wir müssen dieses Jahr auch wirtschaftlich überstehen“, sagte Mittelstädt

 

Über die Eintrittsgelder finanzieren die Auricher einen Großteil der Saison. Die führten sogar zuletzt sogar zu einem leichten Überschuss. Der hilft den Aurichern jetzt in schwierigen Zeiten. Die Spieler tragen ihren Teil dazu bei, indem sie finanzielle Einschnitte akzeptieren. Und auch die Sponsoren stehen im Großen und Ganzen weiterhin zum OHV.

 

 Dauerkartenverkauf startet

 

Der Verkauf der Dauerkarten beginnt am Donnerstag, 10. September. Bisherige Dauerkarteninhaber haben bis zum 18. September ein Vorkaufsrecht. Restliche Dauerkarten gehen ab dann in den freien Verkauf. Die Karten gibt es ausschließlich bei der Druckerei Meyer in Schirum Montag bis Freitag von zehn bis 17 Uhr. Beim Kauf einer Dauerkarte muss ein Registrierungsnachweis ausgefüllt werden.

 

Abzüglich der Dauerkarten, die in einem Sponsorenpaket inkludiert sind, bleiben rund 350 für den Verkauf. „Einige Sponsoren haben schon signalisiert, auf Dauerkarten verzichten zu wollen“, sagte Günsel. Sollte die Saison corona-bedingt abgebrochen werden müssen, wird der Kaufpreis nicht zurückerstattet.

 

In Zusammenarbeit mit Hallenmeister Bernd Janssen und Veranstalter Marema erarbeiteten die Auricher ein Konzept, wie die Hygienevorschriften bei Heimspielen umzusetzen sind. Es ist von den Behörden genehmigt.

 

 Maßnahmen gehen zu Lasten der Atmosphäre

 

Zum Spiel werden beide Eingangstüren geöffnet. „Beide Treppenaufgänge zu den Tribünen können genutzt werden“, sagte OHV-Teammanager Ewald Meyer. Entsprechend der Dauerkartennummer sind die Plätze für die Zuschauer reserviert, auf jeder Tribünenseite 250. Bis zum Sitzplatz müssen die Zuschauer einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

 

„Es wird in erster Linie Vierer- und Achtersitzgruppen geben“, sagte Meyer. Bedingt auch dadurch, dass die Plätze nur im Viererverbund klappbar sind. Stehplätze gibt es keine. Das Betreten der Hallenfläche ist auch in der Halbzeitpause nicht erlaubt.

 

Die Bewirtung in der Arena übernimmt zunächst bis zum Jahresende der OHV. Der Verzehr ist nur am Sitzplatz erlaubt.

 

„Wir wissen, all diese Maßnahmen gehen zu Lasten der Atmosphäre. Aber sie sind nun mal Vorschrift“, sagte Meyer.

 

Nach dem Spiel können die Zuschauer die Arena zum einen wieder über den Eingangsbereich verlassen. Es werden aber auch die Seitenausgänge geöffnet.

 

„Es werden andere Spiele sein als in den vergangenen Jahren“, sagte Schmeding. Er und alle anderen aus dem OHV-Team hoffen jetzt bei den getroffenen Maßnahmen auf das Verständnis der Fans.

 

 

 

 

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Ewald Meyer (von links), Ulrich Mittelstädt, Lutz Günsel und Jörg Schmeding hoffen bei den getroffenen Maßnahmen auf das Verständnis der Fans. Foto: Meyer
So, wie in der Vergangenheit vor vollen Rängen, werden die Heimspiele des OHV Aurich kommende Saison corona-bedingt nicht laufen. Archivfoto: Wolfenberg