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Spannung ohne Ende

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

OHV-Torwart Edgars Kuksa blickt zurück auf Einsätze im Nationalteam – und voraus auf ein Spitzenspiel

Aufregende fünf sportliche Wochen liegen hinter Edgars Kuksa. In denen war der Torwart der Drittliga-Handballer des OHV Aurich für die Nationalmannschaft Lettlands im Einsatz. Seit Montag ist er wieder zurück in Aurich. Und schon gleich geht es spannend weiter. Am Sonntag (17 Uhr, Sparkassen-Arena) steht für Kuksa und das Team des OHV ein Spitzenspiel auf dem Programm. Der Tabellenzweite ASV Hamm II kommt.

„So langsam komme ich an“, sagt Kuksa zwei Tage nach seiner Rückkehr, an seinem Geburtstag. Am Dienstag war er zum ersten Mal wieder beim Training. Mehr zum Eingewöhnen. Denn kurz vor Weihnachten begannen für ihn intensive Handballeinheiten, verbunden mit anstrengenden Reisen.

 

Zunächst das Trainingslager in Lettland zur Vorbereitung auf die Vorqualifikationsspiele zur Europameisterschaft 2024 gegen Bulgarien. Die Spiele wurden dann coronabedingt verlegt. Es folgten die Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 2023 auf den Färöer-Inseln. Drei Spiele an drei Tagen. Ein Wochenende später wurden die EM-Qualifikationsspiele in Lettland nachgeholt.

 

Die Reise führte Kuksa aber nicht auf direktem Weg von den Färöer dorthin. Denn eigentlich waren die Spiele ja nicht geplant und Kuksa hatte Verpflichtungen in Aurich. Deshalb flog er von Vagar auf den Färöer-Inseln nach Kopenhagen, von dort weiter über Amsterdam nach Bremen und mit dem Auto nach Aurich. Am Freitag, 21. Januar, flog er dann von Bremen über Frankfurt nach Riga, bestritt am Sonnabend und Sonntag die Spiele gegen Bulgarien und war am Montag zurück in Aurich. „Endlich“, sagt Kuksa.

 

In der Nationalmannschaft kam er in allen Spielen zum Einsatz: „Da habe ich mir Selbstvertrauen geholt.“ Kuksa ist mit seiner Leistung zufrieden. Nicht allerdings so ganz mit dem Ergebnis rundum. „Aber wenigstens eine Qualifikation haben wir geschafft“, so sein Fazit. Die zur Europameisterschaft.

 

„Aber die zur Weltmeisterschaft wollten wir eigentlich auch.“ Das gelang nicht. Gegner dort waren Luxemburg, Italien und die Färöer-Inseln. „Die Gegner waren aber auch stark. Es gibt keine vermeintlich kleinen Mannschaften mehr“, sagt Kuksa.

 

Torwart fiebert auf denFäröer-Inseln mit OHV

 

Viel mehr als Handball gab es für Kuksa auf den Färöer-Inseln nicht. Abgesehen von der 40-minütigen Fahrt vom Flughafen zum Hotel hat er von der Insel kaum etwas gesehen. Aber dieses Bild ist bei ihm hängen geblieben: „Nur Berge und Wasser, keine Bäume.“

 

Nicht zu vergessen den einen Tag mit Sonnenschein. Der kommt auf den Färöer-Inseln einem Lottogewinn gleich.

 

Jetzt gilt Kuksas ganze Konzentration wieder dem OHV. Aber auch in seiner Abwesenheit war er immer nah dran: „Bei den Punktspielen habe ich den Liveticker verfolgt.“ Nicht nur das. Er hat vor dem Spiel am vergangenen Sonnabend gegen den TV Bissendorf-Holte auch mit seinem Torwartkollegen Frederick Lüpke telefoniert und ihn unterstützt. Lüpke war in dem Spiel der einzige Torwart im OHV-Kader. „Wenn du weißt, du bist in den 60 Minuten auf der Position der Einzige, ist das schon eine besondere Belastung“, so Kuksa.

 

Marten Jungvogel fehlte fußverletzt. Solch eine Situation gab es im Frühjahr genau so schon einmal. Auch da hatte sich Jungvogel im Training verletzt und Kuksa stand nicht zur Verfügung. „Ich hab Marten gesagt, wenn ich das nächste Mal wegfahre, komm einfach nur zum Spiel“, sagt Kuksa schmunzelnd.

 

Nach mehr als einem Monat, in denen Kuksa nicht mit der Mannschaft trainiert und gespielt hat, freut er sich um so mehr jetzt auf das Spiel gegen Hamm II.

 

Und dann sind da ja auch noch die Erinnerungen an das Hinspiel. Das verlor der OHV mit 29:31 Toren. Es war die erste Niederlage der Saison für die Auricher. Sie waren damals mit einem grippegeschwächten Kader angetreten. Sechs Spieler hatte es erwischt. Der OHV hatte deshalb im Vorfeld um eine Spielverlegung gebeten. Der ASV Hamm II stimmte aber nicht zu.

 

Das war Anfang Oktober. Lediglich zwei Spiele haben die Hammer seitdem verloren. Gegen die Spitzenteams Wilhelmshavener HV und TuS Spenge. Sie sind aber „nur“ aufgrund eines mehr ausgetragenen Spiels Tabellenzweiter. „Das ist schon eine sehr gute Mannschaft“, sagt OHV-Trainer Arek Blacha. Offen ist, in welcher Besetzung die gegen den OHV antritt. Denn die erste Mannschaft des ASV in der 2. Bundesliga spielt am Wochenende nicht.

 

Der OHV muss den Ausfall von Routinier Kevin Wendlandt kompensieren. Seine Meniskus-Operation am Montag ist gut gelaufen. „Er hat jetzt eine Woche Ruhe. Und dann wird man weitersehen“, sagt Blacha.

 

Auf dem Weg der Besserung ist Torwart Marten Jungvogel. Er bewegt sich inzwischen ohne Gehhilfen. „Nächste Woche kann er mit Kräftigungsübungen beginnen“, so Blacha.

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OHV-Torwart Edgars Kuksa ist zurück von seinen Länderspieleinsätzen und freut sich jetzt auf das Spitzenspiel in der 3. Liga gegen den ASV Hamm II.Foto: Bernd Wolfenberg