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OHV-Torwart spielte in Nationalmannschaft

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 01.08.2018 | |   1. Herren

Der neue OHV Aurich-Torwart Edgars Kuksa schaffte in Deutschland den Sprung aus der Landesliga in die lettische Nationalmannschaft. Der 28-Jährige ist der Neuzugang im Tor des künftigen Oberligisten.

Aurich. Ungewöhnlich und abenteuerlich: So ist der sportliche Weg von Edgars Kuksa verlaufen. Angefangen von seinem Einstieg in die Handball-Karriere, über den Sprung in die Nationalmannschaft seiner Heimat Lettland bis jetzt hin zum OHV Aurich. Der 28-Jährige ist der Neuzugang im Tor des künftigen Oberligisten.

 

Als die Auricher sich für Kuksa als Verstärkung im Tor interessierten, spielten sie noch in der 3. Liga. Und der Lette wollte nach sieben Jahren beim Drittligisten VfL Fredenbeck etwas Neues. Eigentlich auf gleichem Niveau. Trotz des Abstiegs des OHV entschied er sich, den Gang in die Oberliga mitzugehen. Den Ausschlag dafür gab das Ziel, das sich die Auricher mit dem sofortigen Wiederaufstieg gesetzt haben und den Aufwand, den sie dafür betreiben. „Mal gucken, wie wir damit umgehen“, sagt Kuksa, der gespannt ist auf das neue Kapitel in seiner Handball-Laufbahn.

Kuksa hat erst im Feld gespielt

Die begann im Alter von neun Jahren in der Grundschule. Von Haus aus ist bei den Kuksas keiner Handballer. Und auch sonst sportlich nicht sonderlich affin.

Kuksa hat erst im Feld gespielt. Aber nur ganz kurz. „Auf der Außenposition“, erinnert er sich. Schnell führte sein Weg ins Tor. Und dort ist er geblieben. Was den Torwart-Reiz ausmacht, kann er gar nicht genau erklären: „Es gefällt mir einfach.“ Der Nationaltrainer hat jedenfalls einmal zu ihm gesagt: „Linkshänder und Torwarte, das ist eine eigene Welt.“

Wunsch: In Deutschland spielen

Kuksa hinterließ auf der Schule einen so guten Eindruck, dass er es von der Sportschule Jurmala auf das Internat MSG/Murjanu Sporta Gimnazija schaffte. Dort konnte er von der achten bis zwölften Klasse Schule und Sport unter besten Voraussetzungen kombinieren. Kuksa spielte im Verein für Jurmalas sports. Er blieb auch, als seine Eltern nach Irland zogen. Während der letzten zwei Schuljahre wohnte Kuksa bei seiner Oma.

In Deutschland Handball zu spielen, das hatte er sich immer gewünscht. Kuksa bestand das Abitur. Und es eröffnete sich ihm danach tatsächlich sofort die Chance, seinen sportlichen Traum zu erfüllen. Dafür nahm er auch einen Start in der Landesliga in Kauf. Die SHG Hofgeismar/Grebenstein im Landkreis Kassel war 2009 seine erste sportliche Station. Trainer war ein Landsmann von ihm.

Saison bei der SHG verlief sehr erfolgreich

Kuksa verließ seine Heimat nahezu ohne deutsche Sprachkenntnisse. An der Schule hatte er wählen können zwischen russisch und deutsch. Er entschied sich für russisch. „Das konnte ich schon“, sagt er. Vor seinem Umzug nach Deutschland prägte er sich gerade mal ein paar Fragen ein wie „Wie heißt du?“ oder „Wie alt bist du?“ und ihre Antworten. Inzwischen spricht er die deutsche Sprache perfekt.

Die Saison bei der SHG verlief sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass der lettische Nationaltrainer auf ihn aufmerksam wurde. Der lud Kuksa zum Training ein. Inzwischen kommt er auf mehr als 70 Einsätze im Tor des Nationalteams. Der 1,91 Meter große Torwart wechselte nach einem Jahr SHG zum Drittligisten Eintracht Baunatal. Und blieb auch dort lediglich ein Jahr. „Ich bin nur wenig zum Einsatz gekommen“, nennt er den Grund. Kuksa aber wollte spielen und wechselte zum Drittligisten VfL Fredenbeck.

Es gefällt ihm in Aurich

Es sollte eine lange sportliche Beziehung werden. Häufig sorgte er mit seiner Leistung für positive Schlagzeilen und war am Ende häufig Sieggarant. Auch privat fühlte er sich in dem kleinen Ort wohl. Und mit ihm seine Familie. Seit sechs Jahren ist seine Frau jetzt in Deutschland. Die inzwischen dreijährige Tochter ist in Deutschland geboren.

Jetzt also Aurich. Eine Stadt, in der es ihm und seiner Familie bereits nach kurzer Zeit gefällt. Nicht zu groß, nicht zu klein. Sie haben beruflich Fuß gefasst. Was jetzt zum großen Glück noch fehlt, ist der sportliche Teil. Damit auch der erfolgreich läuft, schwitzt Kuksa derzeit im Training mit seinen künftigen Teamkollegen.

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Edgars Kuksa, Neuzugang des Oberligisten OHV Aurich im Tor, macht sich fit für die kommende Saison. Fotos: Wolfenberg
Zum Trainingsanfang spielen die OHV-Handballer gerne Fußball. Dann ist auch Edgars Kuksa in seinem Element.