Zum Hauptinhalt springen

Die nächste hohe Hürde

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 07.09.2018 | |   1. Herren

OHV trifft am Sonntag im Heimspiel auf die SG HC Bremen/Hastedt mit dem ehemaligen Auricher Marten Franke

Aurich. Es war am Sonntag ein Auftakt nach Maß für den OHV Aurich in die Oberligasaison. Er hat aber auch gezeigt, wie schwer es werden wird, am Ende am Ziel, der Meisterschaft, anzukommen. Das haben die Auricher gegen den TV Cloppenburg zu spüren bekommen. Und Trainer Arek Blacha hat anhand von Videomaterial der übrigen Begegnungen des ersten Spieltags schon mehr gesehen. „Alle Achtung Oberliga“, sagt er zur Spielstärke. Und das will er nicht als Alibi verstanden wissen. Am Sonntag (17 Uhr, Sparkassen-Arena) haben die Auricher erneut ein Heimspiel. Gegner ist dann die SG HC Bremen/Hastedt mit dem ehemaligen OHV-Spieler Marten Franke, der zudem Trainer der Mannschaft ist. 

Personell neu aufgestellt waren die Bremer vergangene Saison mit dem Ziel in die Oberliga gestartet, einen Platz im vorderen Teil der Tabelle zu belegen. Das gelang mit Platz fünf. In den kommenden zwei bis drei Jahren, so hieß es damals, sollten die wirtschaftlichen Grundlagen gelegt werden, um in die 3. Liga aufzusteigen. 

Der Einstand in diese Saison nahm für die Bremer am vergangenen Sonnabend allerdings ein ganz bitteres Ende. Zwei Minuten vor Schluss führten sie beim Aufsteiger HSG Delmenhorst 31:29 und verloren durch einen Siebenmeter, der nach Ablauf der Spielzeit ausgeführt werden musste, 31:32. 

Marten Franke wurde zum tragischen Helden des Spiels. Elf Tore hatte er erzielt, ein klasse Spiel gemacht. Und dann das. Die Bremer waren beim Stand von 31:31 im Angriff volles Risiko gegangen, hatten für ihren Torwart einen siebten Feldspieler gebracht. Franke sollte es richten. Drei Sekunden vor Schluss probierte er den Abschluss, trat dabei aber in den Kreis und hielt anschließend den Ball fest. Nach den Regeln für die letzten 30 Sekunden eines Spiels zu lange. Die Strafe: Siebenmeter für die Delmenhorster und Rote Karte für Franke, die aber keine Sperre nach sich zieht. Franke entschuldigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz über Mikrofon bei seiner Mannschaft und bekam dafür Beifall von den Delmenhorster Fans. 

Es spiegelt aber das Bild wider, dass die Auricher von Franke in seiner Zeit beim OHV gewonnen haben. Von 2013 bis 2015 übernahm er im Team des OHV die Rolle des Spielgestalters. Franke war damals zusammen mit Blacha gekommen, der als neuer Trainer beim OHV einstieg. Nach zwei Jahren in Aurich wurde Franke, der in Bremen studierte und wohnte, der Aufwand zu groß. Für ihn sei die Zeit beim OHV ein tolles Erlebnis gewesen, sagte er bei seinem Abschied. Vor so vielen Zuschauern zu spielen, das sei schon klasse gewesen. 

Auf solch eine Kulisse wird er mit seiner Mannschaft vermutlich am Sonntag wieder treffen. Am vergangenen Sonntag jedenfalls war die Resonanz der Fans so groß wie zu besten Zeiten. 

Blacha macht die Bremer Mannschaft aber nicht allein an Franke fest. Auch die Klasse seiner Mitspieler ist nicht zu unterschätzen. „Was machen?“ stellt sich da für ihn die Frage. Er muss sich entscheiden zwischen Franke versuchen, auszuschalten oder der Variante, ihn machen zu lassen und andere taktische Varianten einfließen zu lassen, damit unter dem Strich ein Sieg des OHV herauskommt. „Das ist die Hauptsache“, sagt Blacha. 

Er geht davon aus, dass sein Angriff auf eine offensiv eingestellte Bremer Abwehr treffen wird. Entsprechend hat er im Training die Akzente gesetzt. „Das wird viel Lauferei werden“, vermutet Blacha. Er ist überzeugt, dass am Ende Kleinigkeiten entscheiden. So, wie am vergangenen Sonntag gegen den TV Cloppenburg. Als seine Spieler einfach nur erleichtert waren, gewonnen zu haben. 

Zurück
Rückkehrer Jannes Hertlein gelang gegen den TV Cloppenburg das erste Tor der Saison für den OHV. Auch das Ende insgesamt war erfolgreich. Damit das auch am Sonntag so ist, im Heimspiel gegen die SG HC Bremen/Hastedt, dafür wollen sich Hertlein und seine Teamkollegen wieder ganz lang machen. Foto: Wolfenberg