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Gerne noch ein Aufstieg

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 08.09.2018 | |   1. Herren

OHV-Neuzugang Oliver Staszewski möchte mit der Auricher Mannschaft das Gleiche schaffen wie zuletzt mit der SG VTB Altjührden

OHV-Neuzugang Oliver Staszewski möchte mit der Auricher Mannschaft das Gleiche schaffen wie zuletzt mit der SG VTB Altjührden 

Aurich. Er mag Zahlen. Mathematik überhaupt. Er hat beruflich mit Zahlen zu tun. Aber wie viele Tore er in einem Handballspiel erzielt und was am Ende einer Saison dabei herauskommt, die Zahl ist Oliver Staszewski ziemlich egal. Ende vergangener Saison waren es jedenfalls so viele, wie kein anderer in der Oberliga Nordsee geworfen hat. Das elektronische Spielprotokoll hat’s addiert. „Hauptsache, meine Mannschaft gewinnt und ich kann einen Teil dazu beitragen“, sagt er. Seine Mannschaft, das ist in dieser und der nächsten Saison der OHV Aurich. 

Der Mann für den linken Rückraum und die Rückraum-Mitte ist mit Beginn dieser Spielserie vom Oberligameister und Drittliga-Aufsteiger SG VTB Altjührden zum OHV gewechselt. Der 26-Jährige hat sich damit gegen die 3. Liga entschieden und nach abgeschlossenem Maschinenbaustudium in Wilhelmshaven seine berufliche Zukunft in den Vordergrund gestellt. 

Der OHV ist sein neues sportliches Zuhause. Denn ohne Handball geht es für den gebürtigen Vareler, der dort auch wohnt, auf keinen Fall. Der Sport gehört bereits seit seinem vierten Lebensjahr dazu. Er hat darüber hinaus in der handballfreien Zeit zwar vieles ausprobiert. Tennis. Badminton, Basketball. Aber über den Handball ging nichts. 

Staszewski stammt aus einer durch und durch Handballerfamilie. Sein Vater Andrzej und seine Mutter haben es beide in die polnische Nationalmannschaft geschafft. Seine Mutter spielte beim Bundesligisten VfL Oldenburg im Tor und trainierte Mannschaften, sein Vater engagierte sich als Trainer, zuletzt beim damaligen Drittligisten Altjührden. 

Olivers fünf Jahre älterer Bruder gehörte zum Team des damaligen Erstligisten Wilhelmshavener HV, seine jüngere Schwester spielte auch. „Handball war immer Thema Nummer eins bei uns in der Familie“, sagt der Neu-Auricher, der bis zur B-Jugend in Wilhelmshaven spielte. Als Noch-B-Jugendlicher wechselte er in die Altjührder A-Jugend, die damals in der Regionalliga spielte, der höchsten Liga in dieser Altersklasse in Deutschland. Ihr Trainer: der heutige OHV-Coach Arek Blacha. Dort wuchs Staszewski nicht nur sportlich, sondern auch körperlich bis zum Gardemaß eines Rückraumspielers von 1,90 Metern. 

Er schaffte den Sprung in die deutsche A-Jugend-Nationalmannschaft und weckte das Interesse des polnischen Handballverbandes. Drei Jahre spielte er dann für das Geburtsland seiner Eltern in der Junioren-Nationalmannschaft. Für Staszewski waren es spannende, erlebnisreiche drei Jahre, unter anderem mit der Teilnahme an der Europameisterschaft in Montenegro. 

Sechs Jahre spielte er anschließend für die Männermannschaft der SG VTB Altjührden beziehungsweise HSG Varel. Vier Jahre davon unter seinem Vater als Trainer. So, wie auch schon in der Jugend. Das war für ihn und seine Teamkollegen kein Problem. 

Schwerer gestalteten sich die Saisonverläufe. „Wir haben drei Jahre gegen den Abstieg gespielt und standen immer unter dem Druck, gewinnen zu müssen“, sagt Staszewski. Andererseits nimmt er aus dieser Zeit, in der ihn zudem eine Schulteroperation zu einer mehrmonatigen Pause zwang, auch viel Erfahrung mit. Die Drittliga-Derbys gegen den OHV sind ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben: „Das waren immer packende Spiele.“ 

In dieser Saison hat Staszewski die Seiten gewechselt. Sein Ziel ist das gleiche geblieben. In der vergangenen Saison hat er mit der SG VTB Altjührden den Aufstieg in die 3. Liga geschafft. „Am Ende dieser Saison möchte ich gerne noch einmal aufsteigen“, sagt der Mann im Trikot mit der Nummer 15. 

„Seit der E-Jugend spiele ich mit dieser Nummer“, sagt er. Im OHV-Trikot fühlt er sich von Trainingseinheit zu Trainingseinheit wohler. „Es war schwer, sich einzufinden“, räumt der Auricher Neuzugang ein. Die Auricher spielen einen anderen, einen schnelleren Handball als die Altjührder. Am Ende dieser Saison möchte Staszewski mit seiner neuen Mannschaft dort stehen, wo er auch mit den Varelern stand: auf Platz eins. 

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Seit dieser Saison Im Einsatz für den OHV Aurich: Oliver Staszewski (im Bild im Testspiel gegen den TuS Haren). Foto: Wolfenberg