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Unter erschwerten Bedingungen erfolgreich

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 24.09.2018 | |   1. Herren

Oberliga-Handballer des OHV gewinnen ohne ihren Trainer und ihren erkrankten eigentlichen Spielgestalter beim SV Beckdorf

Beckdorf. Die Oberliga-Handballer des OHV Aurich sind derzeit nicht zu stoppen. Selbst unter erschwerten Bedingungen nicht. Sie setzten ihre Erfolgsserie auch im ersten Auswärtsspiel der Saison fort, obwohl sie ohne Trainer Arek Blacha und darüber hinaus auch ohne ihren etatmäßigen Spielmacher Jonas Schweigart antreten mussten. Sie gewannen am Sonnabendabend beim SV Beckdorf mit 32:23 Toren und bleiben damit Tabellenführer. 

Dass Blacha bei dem Spiel nicht dabei sein konnte, stand langfristig fest. Wie berichtet, musste er an diesem Wochenende an einer Trainerfortbildung in Köln zur Verlängerung der A-Lizenz teilnehmen. Für ihn sprang deshalb Lutz Günsel ein. „Eine ganz schön aufregende Geschichte“, wie er im Nach hinein sagte. 

Dass aber Schweigart ausfallen würde, kam kurzfristig dazu. Bereits für den Donnerstagabend hatte er sich grippekrank vom Training abgemeldet. Die Hoffnung, dass er am Sonnabend vielleicht doch würde spielen können, zerschlug sich am Freitag. Da kam die endgültige Absage. 

Blacha aber hatte vorgesorgt und für diesen Fall bereits alternativ geplant. „Er hat die Mannschaft tausendprozentig vorbereitet“, sagte OHV-Teammanager Ewald Meyer. Und die habe sich im Spiel an alle taktischen Abmachungen gehalten, so Meyer: „Kompliment an die Mannschaft.“ 

Auch Günsel sprach der Mannschaft ein dickes Lob aus: „Das war eine wahnsinnig tolle geschlossene Teamleistung. Alle haben an einem Strang gezogen.“ 

Die Rolle des Spielgestalters im Auricher Team übernahm Oliver Staszewski. „Das hat er zusammen mit Kevin Wendlandt stark gemacht“, so Günsel. Im linken Rückraum spielte Paul Jordan, im rechten Wendlandt. 

Während die Auricher mit ihrer Wurfausbeute in den ersten 30 Minuten gut leben konnten, gab es in der Abwehr Steigerungspotenzial. „Wir hatten Probleme mit dem starken Beckdorfer Rückraum“, so Meyer. 

Die erste Halbzeit verlief daher ausgeglichen mit wechselnden Führungen. Es war das eingetreten, was die Auricher erwartet hatten. Die Beckdorfer hatten losgelegt wie die Feuerwehr, die Auricher aber zur Pause dennoch ein dünnes Ein-Tore-Polster (15:14). 

Anschließend ging dann aber alles ganz schnell. Und nichts von dem, was Meyer in der Halbzeitpause vorsichtshalber mit Blacha telefonisch besprochen hatte, musste für den Fall der Fälle greifen. 

Wie schon im Heimspiel eine Woche zuvor gegen den ATSV Habenhausen stellten die Auricher zwischen der 30. und 40. Minute mit einer Betonabwehr die Weichen auf Sieg. In dieser Phase ließen sie nur ein Tor zu und waren selbst fünfmal zum 21:15 erfolgreich. Für den OHV trafen dreimal Jannes Hertlein sowie Wendlandt und Staszewski. Auch wenn der Live-Ticker im Internet aufgrund technischer Probleme zwischenzeitlich etwas anderes anzeigte und einen engen Spielverlauf vermuten ließ, näher als bis auf vier Tore kamen die Beckdorfer aber nicht heran. 

Die versuchten es nach einer Auszeit, die SV-Trainer Steffen Aevermann in der 44. Minute beim Stand von 17:22 genommen hatte, mit einem siebten Feldspieler, für den sie ihren Torwart opferten. Die Angriffe führten zwar zum Erfolg. Die Beckdorfer hatten die Rechnung aber ohne auf dem Absatz umschaltende Auricher gemacht. Sie führten den Anwurf blitzschnell aus und trafen postwendend ins verwaiste Beckdorfer Tor. Insgesamt viermal. So trug sich auch Torwart Edgars Kuksa in die Torschützenliste ein, als ihm in der 58. Minute das 30:22 gelang. Den Schlusspunkt setzte Staszewski mit seinem Tor mit der Schlusssirene zum 32:23. 

„Wir haben verdient gewonnen“, sagte Meyer. Vielleicht ein bisschen zu hoch. Rund 30 mitgereiste Fans hatten aber allen Grund, ihr Team zu feiern. 

 

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Fünf Tore erzielte Paul Jordan für den OHV Aurich gegen den SV Beckdorf. Archivfoto: Wolfenberg