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Auricher Torwart macht EM-Spiel spannend

|   1. Herren

Edgars Kuksa, Torwart des Drittligisten OHV Aurich, hat bei der Europameisterschaft mit dem Team Lettlands für Spannung gesorgt. Er leitete im Spiel gegen Deutschland eine packende Schlussphase ein.

Trondheim. Was für ein Abschluss: Für Edgars Kuksa hätte die Handball-Europameisterschaft im Tor der lettischen Nationalmannschaft nicht schöner enden können. Er, der beim Drittligisten OHV Aurich im Punktspieleinsatz ist, hatte am Montagabend mit seinen Paraden in der Schlussphase maßgeblichen Anteil daran, dass es seine Mannschaft gegen das deutsche Team noch einmal extrem spannend machte. „Es war schon ein tolles Gefühl“, sagte Kuksa einen Tag nach der knappen Niederlage (27:28).

 

Für Kuksa und sein Team war das Ergebnis ein Riesenerfolg. Schließlich hatte die mit vielen Amateuren besetzte Mannschaft aus dem zwei Millionen Einwohnerland Lettland das mit Vollprofis besetzte Team von Trainer Christian Prokop aus Deutschland mit 80 Millionen Einwohnern gewaltig geärgert. „Wir haben kühlen Kopf bewahrt und dem Gegner noch ein bisschen Stress gemacht“, so Kuksa.

 

Auricher Torwart mit Glanzparaden

Mit zwei Glanzparaden leitete Kuksa, der nur zwischen der 35. und 52. Minute nicht im Tor stand, die packende Schlussphase ein. Erst wehrte er einen Wurf von Jannik Kohlbacher ab. Zwar fing sich Timo Kastening auf der rechten Außenseite den Abpraller und kam frei zum Wurf. Doch auch er kam an Kuksa nicht vorbei, der damit das 28:23 für die deutsche Mannschaft verhinderte. Stattdessen verkürzten die Letten auf 25:27. Und dann war es erneut Kuksa, der der deutschen Mannschaft einen Strich durch entspannte letzte Minuten machte. Müßig, darüber nachzudenken, was gewesen wäre, wenn Lettland im Gegenzug rund drei Minuten vor Schluss nicht Pech mit einem Pfostentreffer gehabt hätte. Dann wäre die Mannschaft schon früher als 50 Sekunden vor dem Ende bis auf ein Tor drangewesen.

 

„Wir haben viel geguckt, viel analysiert“, sagte Kuksa mit Blick auf die intensive Vorbereitung auf das letzte Vorrundenspiel. Mit seiner Leistung aus der ersten Halbzeit ging Kuksa zwar, wie gewohnt, selbstkritisch um: „Da hätte ich mehr halten können.“ Aber meist hatte er gar keine Chance. Umso mehr freute er sich über das Ende. Da habe er in der richtigen Phase die Bälle gehalten. „Wir haben unser Ziel erreicht, mit einer guten Laune die Heimreise anzutreten“, sagte Kuksa. Nach dem Spiel hat er zusammen mit seinen Teamkollegen die tolle Stimmung einfach nur genossen: „Wir sind alle mit einem Lächeln in die Kabine gegangen.“ Nach netten Abschlussworten vom Nationalmannschaftstrainer, dem Mannschaftsführer und dem Verbandspräsidenten ging es zum Abendessen ins Hotel. Die Fortsetzung folgte anschließend in gemütlicher Runde auf dem Zimmer. Die Nacht jedenfalls war kurz.

 

EM macht Lust auf mehr

Viele, viele Glückwünsche gab es für Kuksa anschließend in den sozialen Medien, unter anderem auch von seinen Auricher Mannschaftskollegen. „In unseren Gruppen in den sozialen Medien hatten wir einen regen Austausch“, sagte Frederick Lüpke. Mit ihm bildet Kuksa das Torhütergespann im OHV-Team. „Aus der 3. Liga so gut ins Turnier zu starten, alle Achtung“, sagte Lüpke anerkennend.

 

Zu den bleibenden Erinnerungen Kuksas gehört auch ein nach dem Spiel aufgenommenes Foto, dass ihn zusammen mit den beiden Torhütern der deutschen Mannschaft, Johannes Bitter und Andreas Wolff, zeigt. Gestern Mittag ging es für Kuksa und sein Team zum Flughafen und über Oslo zurück nach Riga. Von dort fliegt Kuksa dann nach Bremen und ist Donnerstag wieder in Aurich. Ein bisschen müde sei er jetzt im Kopf, räumt er ein. Was nach anstrengenden Europameisterschaftstagen, die mit der Vorbereitung bereits am 20. Dezember angefangen hatten und in denen sich die Gedanken seitdem nur um den Handball drehten, nicht verwundert.

 

Was für Kuksa das Höhepunkt-Spiel war? Das gegen Spanien oder das gegen Deutschland? Es hatten beide Spiele etwas. „Im Spanien-Spiel habe ich mehr Paraden gezeigt. Aber das Spiel gegen Deutschland mit dem Ergebnis war natürlich auch schön.“ Sein EM-Fazit insgesamt fällt positiv aus: „Wir haben viele Erfahrungen gesammelt.“ Für die Letten war es die erste Teilnahme an einem großen Turnier. Wenn es nach Kuksa geht, soll es nicht die letzte gewesen sein. Jetzt möchte er am liebsten auch zur Weltmeisterschaft. Die ist 2021 in Ägypten. Die Qualifikationsspiele dafür beginnen im Sommer.

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Edgars Kuksa, Torwart des Drittligisten OHV Aurich, hat bei der Europameisterschaft mit dem Team Lettlands für Spannung gesorgt. Er leitete im Spiel gegen Deutschland eine packende Schlussphase ein.