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Neue Erkenntnisse für OHV-Trainer

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Marco Lindenbeck | |   1. Herren

Arek Blacha sah beim 26:27 gegen einen niederländischen Erstligisten, dass sein Team mit personellen Engpässen umgehen kann

 

Ausgepumpt standen die OHV-Spieler in der Hallenmitte und hörten sich nach der Partie gegen den niederländischen Erstligisten Hurry-up Zwartemeer die warmen Worte ihres Trainers an. Die Auricher Handballer verloren das Testspiel in der heimischen Sparkassen-Arena am Sonnabend zwar knapp mit 26:27, aber Arek Blacha hatte neue Erkenntnisse gewonnen. Seine Mannschaft hielt mit nur zwei Auswechselspielern lange auf hohem Niveau mit. Sie zeigte, dass sie auch mit großen Personalnöten umgehen kann. „Die Quantität hat heute entschieden, nicht die Qualität. Schade, dass wir mit nur einem Tor verloren haben“, sagte Blacha.

 

Während der Gegner bei dem Testspiel aus dem Vollen schöpfen konnte, musste Blacha nicht nur eine Handvoll Spieler ersetzen. Spieler wie Jonas Wark oder Evgeny Vorontsov kamen nach Verletzungen zurück und standen fast über die ganze Spieldauer auf dem Feld. Für Nachwuchsmann Wark hatte Blacha lobende Worte parat. „Er hat heute ohne Angst gespielt. Mit Druck und schönen Toren“, sagte Blacha. Und in der Tat: Auf der Position des erkrankten Kevin Wendlandt tänzelte Wark durch die gegnerische Abwehrreihe und warf insgesamt sechs Tore. Auch das Zusammenspiel mit Kreisläufer Jannes Hertlein klappte gut.

 

Der OHV kam schnell in die Partie und führte nach knappe einer Viertelstunde mit 7:2. Evgeny Vorontsov, Maxim Pliuto, Jonas Wark, Jonas Schweigart und ein Gastspieler, den der OHV in der kommenden Woche verpflichten möchte, warfen die Tore gegen offensiv verteidigende Niederländer. Der OHV verteidigte mit einer 6:0-Deckung. Das funktionierte gut, nur gegen die mächtigen Würfe des Niederländers Noah van Wieringen waren die OHV-Torleute Frederick Lüpke und Marten Jungvogel machtlos. Beide überzeugten mit sehenswerten Paraden.

 

Die Niederländer starteten etwas rüpelig und pomadig in die Partie. Bis zur Halbzeit kamen die Gäste zwar bis auf 10:13 heran, doch so richtig überzeugend wirkte das nicht. OHV-Trainer Blacha ärgerte sich ein wenig, dass ihm nicht mehr Personal zur Verfügung stand. „Nach 20 Minuten hätte man sehr gut wechseln und die Qualität hochhalten können“, sagte Blacha.

 

Auch im zweiten Spielabschnitt blieben die Auricher Drittliga-Handballer gut in der Partie. Vorontsov erhöhte schnell auf 14:10. Nach zwei schnellen Treffern der Niederländer hielt OHV-Torhüter Marten Jungvogel einen Siebenmeter. Erst in der 42. Spielminute gingen die Gäste zum ersten Mal in Führung. Die Auricher zollten dem hohen Tempo Tribut, doch der Kampfgeist war noch nicht erloschen. Schweigart traf nach einem herrlichen No-Look-Pass zum 22:20. Die Gästespieler, die in der sogenannten Bene-League (einem Zusammenschluss der besten niederländischen und belgischen Mannschaften) antreten, schüttelten sich kurz und zogen in den folgenden Minuten davon. Van Wieringen erzielte fünf Minuten vor dem Ende das 26:22 aus Sicht der Niederländer.

 

Doch selbst in den letzten Augenblicken des Spiels versuchten die Auricher noch, das Ergebnis zu verbessern.

 

Jonas Wark verkürzte auf 26:27, doch da waren nur noch wenige Augenblicke zu spielen. So blieb die Erkenntnis, dass die Auricher auch personelle Engpässe wegstecken können. „Das Problem kann auch in der Liga auftauchen“, orakelte Blacha. Gut für den OHV, dass die verletzten Spieler nun langsam zurückkehren.

 

Vor dem Start in die Liga steht für die Auricher noch der Pokalkracher gegen den TV Großwallstadt auf dem Programm. Das Spiel ist nun terminiert. Es wird am Sonnabend, 28. August, um 18 Uhr in der Sparkassen-Arena angeworfen.

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Das OHV-Lazarett: Auf der Auswechselbank saßen mit Lukas Günsel und Fynn Menne nur zwei Feldspieler.
Trickreich und torgefährlich präsentierte sich Jonas Wark gegen die Niederländer. Auch das Zusammenspiel mit Jannes Hertlein (vorne) klappte gut.Fotos: Stephan Friedrichs
Trainer Arek Blacha war zufrieden mit dem Spiel des OHV.