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Diesmal kann der OHV mit einem Punkt gut leben

Erstellt von Silke Meyer, ON v. 21.01.13 |

3. Liga: Auricher trennen sich im Derby von der HSG Varel-Friesland 25:25 – Jan Henrik Behrends erzielt Ausgleich eine Minute vor Schluss

Aurich. Das gab es bisher noch nie. Der Trainer des OHV Aurich konnte sich nach einem Punktspiel nur noch krächzend äußern. Das Derby gegen die HSG Varel-Friesland war auf seine Stimme gegangen. Aber so, wie sich Dusko Bilanovic verbal an der Seitenlinie ins Spiel eingrachte, so engagiert traten seine Spieler auch auf dem Feld auf. Sie zeigten gegen die Mannschaft der Stunde in der Liga eine großartige Partie, die mit einem Punkt belohnt wurde. Die Teams trennten sich mit 25:25 Toren.

Damit endete das Rückspiel wie das erste Aufeinandertreffen. Unentschieden. Nur, dass die Auricher, im Gegensatz zu damals, diesmal mit dem einen Punkt gut leben konnten. Auch wenn sie Sekunden vor Schluss die Möglichkeit zum Sieg hatten.

Die letzten Minuten, sie waren der i-Punkt auf ein intensiv geführtes und jederzeit spannendes Derby. 25:24 führte die HSG Varel in der 56. Spielminute. Anschließend zeichneten sich die Torhüter beider Mannschaften noch einmal aus. Patrick Anders für den OHV und André Seefeldt für die HSG. So, wie sie und für den OHV auch Holger Eilts, der zwischen der 21. und 42. Minute zwischen den Pfosten stand, über die gesamte Zeit zum engen Spielverlauf beigetragen hatten.

Die letzten eineinhalb Minuten musste die HSG in Unterzahl bestreiten, da sich Lukas Kalafut nach einem Foul an Renke de Buhr die rote Karte eingehandelt hatte. De Buhr schied mit einem Nasenbeinbruch aus.

64 Sekunden vor dem Ende glich Jan Henrik Behrends für den OHV zum 25:25 aus und krönte damit seine herausragende Leistung. Es war sein elfter Treffer.

Damit blieb der HSG aber genügend Zeit, um einen weiteren Treffer zu landen. Und die Vareler hatten, ausgenommen die 3., 34. und 35. Minute, während der gesamten Partie immer die Tore vorgelegt. HSG-Trainer Andrzej Staszewski sammelte seine Spieler 48 Sekunden vor dem Ende in einer Auszeit noch einmal um sich. Ohne Erfolg.

Die Abwehr der Auricher ließ nichts zu. Zunächst hatten die Vareler Glück, als sie unter dem Druck standen, den Angriff abschließen zu müssen, da die Schiedsrichter Zeitspiel signalisiert hatten. Die entschieden bei einer Aktion von Thore Linda nicht auf Stürmerfoul und damit Ballbesitz für den OHV. Aber dann hatten die Vareler ihr Zeitlimit ausgereizt. Die Chance für den OHV, vielleicht doch noch das siegbringende Tor zu erzielen. Jan Henrik Behrends traf auch. Doch die Schiedsrichter erkannten das Tor nicht an, sprachen dem OHV aber einen Freiwurf zu. Es war die letzte Aktion des Spiels. Für Behrends gab es an der Vareler Mauer kein Vorbei.

„Wenn ich auf das gesamte Spiel schaue, bin ich mit dem Punkt zufrieden“, sagte Bilanovic. Zumal er, im Gegensatz zu seinem Vareler Trainerkollegen, personell Abstriche machen musste. Jan-Uwe Behrends musste grippekrank passen. Eduard Arndt saß zwar auf der Bank, kam aber wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel nicht zum Einsatz. Wegen der gleichen Beschwerden musste Bilanovic in der zweiten Halbzeit auch auf Oliver Arends verzichten.

Die Auricher, bei denen Hannes Janssen nach eineinhalbjähriger Pause zu seinem ersten Einsatz kam, stemmten sich aber mit allen Kräften gegen eine Niederlage, die immer wieder drohte.

Denn immer mal wieder setzten sich die Vareler mit bis zu vier Toren ab. Aber immer wieder kamen die Auricher gegen eine, vor allem in der ersten Halbzeit äußerst ruppig agierende HSG-Abwehr genau so wieder heran. Aber eben nur heran.

Chancen zu mehr ließen sie liegen. „Wir hatten genug Möglichkeiten, die Partie zu unseren Gunsten zu entscheiden“, blickte Bilanovic auf die Szenen, in denen sich seine Mannschaft mit Abspielfehlern oder, insbesondere in der zweiten Halbzeit, mit individuell zu überhastet abgeschlossenen Angriffen um mehr brachte. Als die Auricher wieder kombinierten, stellte sich auch der Erfolg ein.

„Beide Mannschaften können mit dem Punkt zufrieden sein“, lautete das Fazit von HSG-Trainer Staszewski, der beiden Teams eine starke Abwehrleistung bescheinigte. Die Torhüter aber hätten das Spiel entschieden. Was wäre gewesen, wenn Seefeldt nicht hundertprozentige Chancen der Auricher zunichte gemacht hätte. Oder wenn Eilts den OHV nicht mit seinen Paraden Ende der ersten Halbzeit oder Anders mit drei abgewehrten Siebenmetern zwischen der 44. und 53. Minute im Spiel gehalten hätte.

„Das Spiel war eine gute Werbung für den Handball. Beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie ins obere Tabellendrittel gehören“, sagte Staszewski.

Allen intensiven Abwehrversuchen der HSG Varel zum Trotz setzte sich OHV-Spieler Jan Henrik Behrends immer wieder erfolgreich durch. Mit seinem elften Tor traf er zum 25:25-Endstand. Foto: Wolfenberg
 

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